Bauen / Wohnen
Leserfrage vom 31. Juli 2015
Den richtigen Preis mit Handwerkern vereinbaren
Ich möchte einen Handwerker für Renovierungsarbeiten beauftragen. Welche Preisvarianten gibt es, und was sollte ich beachten?

Dazu Dr. Michael Sattler, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht in Bochum:

"Eine beliebte Preisvariante ist der Pauschalpreis. Dabei wird der Arbeitsaufwand mit einer vorher vereinbarten Summe abgegolten. Beispiel: Ein Maler soll ein Zimmer streichen. In seinem Angebot verlangt er dafür insgesamt 200 Euro. Dieser Betrag ist unabhängig von der tatsächlichen Dauer, die er für diese Arbeit benötigt, und dem erforderlichen Material. Hier steckt der Teufel im Detail: Verbraucher sollten im Vorfeld exakt vereinbaren, welche Leistungen mit dem Betrag abgegolten sind und welche gesondert vergütet werden müssen. Zu denken wäre hier an das Ausbessern von Löchern in der Wand oder das Abkleben von Fußleisten. Eine andere Variante ist der Einheitspreis. Dieser legt fest, wie viel Euro eine bestimmte angebotene Leistungseinheit kostet. Menge, Maß oder auch Stückzahl werden mit einem festgelegten Preis taxiert und genau abgerechnet. Beispiel: Ein Maler verlangt für das Streichen der 30 Quadratmeter großen Wandfläche 300 Euro, also 10 Euro pro /m². Jeder weitere Quadratmeter Fläche, den er anstreicht, erhöht die Endsumme. So gesehen birgt diese Preisform das geringste Risiko für die Vertragspartner, da nur die tatsächlich erbrachte Leistung abgerechnet wird.

Ist der Arbeitsaufwand schwer abzuschätzen, kann alternativ ein fester Stundenlohn vereinbart werden. Da sich die Endsumme nach der benötigten Zeit bemisst, führt das nicht selten zum Streit, denn der Handwerker könnte seine Arbeit bewusst verzögern. Auftraggeber sollten deshalb den Arbeitsfortschritt genau überwachen."

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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