Bauen / Wohnen
Leserfrage vom 25. Mai 2016
Waschmaschinen müssen keine Mindesttemperatur erreichen
Was ist von den guten Energie-Effizienz-Klassen der Waschmaschinen zu halten? Sind sie wirklich so sparsam oder ist das Augenwischerei?

(mm) Wie sparsam man mit Maschinen der derzeit besten Effizienzklasse A+++ wirklich wäscht, hängt davon ab, welche Programme man verwendet. Die Erfüllung der Labelvorgaben wird nämlich mit aktivierter Energiesparoption geprüft beziehungsweise in den sogenannten Labelprogrammen (zu erkennen an Pfeilkennzeichnung). Wer aus Zeitgründen regelmäßig ein schnelleres Programm mit der gleichen Temperaturangabe wählt, kann durchaus bei einem doppelt so hohen Stromverbrauch und mehr landen. Denn: Um etwa im 60-Grad-Labelprogramm Strom zu sparen, wird das Wasser in der Regel auf weniger als 60 Grad Celsius erhitzt, die vergleichbare Reinigungswirkung stattdessen durch sehr lange Laufzeiten erreicht. Das ist derzeit gesetzlich erlaubt. "In der aktuellen Diskussion um das neue Energie-Label wird der Aspekt der Programmtemperaturen derzeit erörtert", schrieb uns eine Miele-Sprecherin. Miele vertrete dabei die Auffassung, "dass eine völlige Freigabe der Waschtemperaturen und Programmzeiten nicht den tatsächlichen Kundengebrauch widerspiegelt und hier entsprechende Vorgaben in die Regulierung aufgenommen werden sollten." Aus Hygienegesichtspunkten sind niedrigere Temperaturen nur bei bestimmten Wäschearten ein Problem. Für den Fall, dass man wirklich mit 60 Grad Celsius waschen möchte, empfehlen Waschmaschinenhersteller wie Miele und Bosch, die klassischen Baumwollwaschprogramme zu verwenden oder spezielle Optionen wie Allergie- oder Hygieneprogramme.

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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