Kosmetik / Pflege / Mode
TEST vom 20. Oktober 2016
Wimperntusche
Augenblick mal!
Wimperntusche
Volumen, natürliche Inhaltsstoffe, lang anhaftend? Welche Wimperntusche den eigenen Anforderungen gerecht wird, muss jeder für sich herausfinden. Wir haben die Inhaltsstoffe für Sie überprüft.

Wenn die schwarze Paste sich weder von Krokodilstränen noch von Schwimmbadwasser beeindrucken lassen soll, dann muss es wasserfeste Maskara sein. Als Naturkosmetik zertifizierte Wimperntusche ist nicht wasserfest, kommt dafür aber ohne erdölbasierte Paraffine und Silikonöle aus.

Weil beide Maskara-Arten ihre Fans haben, haben wir sie auch beide untersuchen lassen und dafür insgesamt 19 Produkte in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Was die Inhaltsstoffe betrifft, liegt die Naturkosmetik mit neun "sehr guten" Produkten im Vergleich klar vorne. Immerhin ein "sehr gutes" und ein "gutes" Produkt gibt es aber auch bei den wasserfesten Maskaras. Sechs konventionelle Wimperntuschen schaffen es aber nur ins Mittelfeld, zwei sind so stark belastet, dass sie nicht besser als "mangelhaft" und "ungenügend" abschneiden.

Im Artdeco- und im Essence-Produkt wies das Labor erhöhte PAK-Werte nach. Stark erhöhte Mengen Naphthalin steckten im exklusiv für Dm hergestellten P2 High Impact Mascara Waterproof. Naphthalin gilt als krebsverdächtig und darf in Kosmetik nur in "technisch unvermeidbaren Spuren" enthalten sein. Richtwerte sind gesetzlich nicht festgelegt - was "technisch vermeidbar" ist, bleibt also Auslegungssache.

Ob es sich bei der im P2-Produkt nachgewiesenen Menge noch um "technisch unvermeidbare Spuren" handelt, wollte uns gegenüber keine Behörde konkret bestätigen. Allerdings antwortete uns das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen in Österreich, wo die Wimperntusche produziert wird: "Um mehr Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen, wird sich die zuständige Behörde in Österreich darum kümmern, mehr Informationen zu bekommen. Zu diesem Zweck wird eine amtliche Kontrolle beim [...] Betrieb stattfinden." Auch das für Exklusivanbieter Dm verantwortliche Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe kündigte an, dem Hinweis "in Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde" nachzugehen. Für uns liest sich das, als würde der nachgewiesene Naphthalingehalt auch aus behördlicher Sicht nicht auf die leichte Schulter genommen.

Erdölprodukte wie Paraffine und Silikone stecken in ausnahmslos jedem wasserfesten Maskara. Da sie in Wimperntusche nicht zur Hautpflege eingesetzt werden und bei normaler Anwendung nur auf den Wimpern bleiben, werten wir sie hier nicht ab.

Die Nickelbelastung der Produkte, in denen meist Eisenoxide stecken, bewegte sich in einem so niedrigen Bereich, dass wir nicht abwerten. Eine Untersuchung der Universität Kopenhagen mit rund 4.000 Frauen hat zudem gezeigt, dass Nickelallergikerinnen auf Wimperntusche nicht häufiger mit Lidekzemen reagierten als Nichtallergikerinnen. Nur in Einzelfällen komme es zu Reaktionen.

Die potenziell krebserregenden Nitrosamine, die noch vor wenigen Jahren ein großes Problem in Maskaras waren, scheinen kein Thema mehr zu sein. In keinem der getesteten Produkte stecken Substanzen wie Triethanolamin oder Tromethamin. Solche Ausgangsstoffe ließen auf eine mögliche Nitrosaminbelastung schließen.

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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