Freizeit / Technik
TEST vom 20. Oktober 2016
Skihelme
Hals- und Beinbruch
Skihelme
Ein Helm soll Skifahrer vor schweren Kopf- und Hirnverletzungen schützen. ÖKO-TEST hat die Probe gemacht und zehn Modelle in die Labore geschickt. Sieben Modelle bestanden sogar die erweiterten Härteprüfungen. Doch es gibt starke Einschränkungen beim Komfort.

Wir wollten wissen, wie gut Skihelme schützen. Dafür haben wir zehn Modelle eingekauft und in aufwendigen Praxisprüfungen unter die Lupe genommen. Dass sie keine gesundheitsschädigenden Substanzen enthalten sollen, mussten die Helme im Schadstofftest beweisen.

Das Testergebnis

Von zehn Skihelmen haben sieben Modelle den Teilbereich Schutzfunktion mit "sehr gut" bestanden, drei weitere mit "gut". Abzüge im Praxistest gab es für Mängel in der Handhabung, beim Tragekomfort und der Verarbeitung. Im Bereich Inhaltsstoffe wurde für den Nachweis bedenklicher Substanzen in der Helmauskleidung sowie in anderen Kunststoffteilen abgewertet. Gesamtfazit: Sechs Skihelme können wir mit "gut" empfehlen.

Besser als gefordert - sieben Helme hielten allen erweiterten Sicherheitsprüfungen stand, darunter Tests, wie sie für Helme der Klasse A (z. B. Rennhelme) oder für Fahrradhelme gefordert werden. Die Modelle von Casco, Marker und Rossignol zeigten sich beim Durchstoßtest im Vergleich zur Konkurrenz nicht ganz so widerstandsfähig. Bei dem Test trifft ein beschleunigter konischer Schlagkörper gegen die Helmschale. Die Spitze des Schlagkörpers darf dabei den Prüfkopf nicht berühren. Die Kriterien für Klasse-B-Helme haben die Modelle zwar bestanden. Die Prüfung für A-Helme, bei der ein Einschlag mit einer höheren Geschwindigkeit erfolgt, dagegen nicht.

Beim K2 Diversion, black fehlt eine automatische Lautstärkebegrenzung der integrierten Kopfhörer. Weil wir Musik hören oder Telefonieren beim Skifahren als Sicherheitsproblem ansehen, werten wir den Helm unter Sonstige Sicherheitsmängel ab.

Generell sollten Fahrer auch mit Helm Geräusche um sich herum möglichst gut wahrnehmen können - zum Beispiel die Pistenraupe oder andere Skifahrer. Im Labor wurde deshalb die Geräuschdämmung aller Helme gemessen. Nur der Wed’ze One Feel, schwarz liegt in einem akzeptablen Bereich. Alle anderen Modelle zeigten eine unserer Meinung nach erhöhte bis sehr hohe Geräuschdämmung.

Kaufentscheidend sind neben gutem Schutz auch die Passform, die Handhabung und die Bedienbarkeit. Die meisten Mängel weist nach Meinung unserer Probanden der Wed’ze One Feel, schwarz auf. Der Helm saß nicht fest, ihn enger zu machen, lässt das Modell nicht zu und Verschlüsse sowie die Skibrillenbefestigung ließen sich mit Handschuhen nur schwer bedienen. Den Teilbereich Handhabung und Tragekomfort am besten bestanden haben der Alpina Grap 2.0 und der Marker Consort Men.

Der Uvex P1us Pro, black-red mat enthält problematische Phthalat-Verbindungen. Phthalate stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und außerdem wie ein Hormon zu wirken. Außerdem wies ein Labor in diesen sowie in vier weiteren Modellen Ersatzweichmacher nach, deren Langzeitwirkungen für Mensch und Umwelt noch nicht ausreichend erforscht sind.

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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