Freizeit / Technik
Leserfrage vom 24. November 2016
Grausame Haltung
Zu Weihnachten gibt es bei uns immer Gans. Ich möchte ganz sicher gehen, dass das Tier nicht aus der grausamen "Stopfleberhaltung" stammt. Gibt es ein Label, auf das ich mich verlassen kann?

(kat) Mit der Stopfleber von Enten und Gänsen ist es rechtlich so eine Sache. Eigentlich ist die "Produktion" in Deutschland aus Tierschutzgründen verboten. Der Import hingegen ist völlig legal. Und deswegen landen auch in deutschen Supermärkten Enten- und Gänse aus Stopfleberhaltung. Um eine solche Stopfleber zu erhalten, muss den Tieren mehrmals täglich ein Rohr in den Hals gesteckt werden, wodurch sie zwangsernährt werden. Es wird ihnen ein Vielfaches von dem an Nahrung in den Magen gepumpt, was sie natürlicherweise fressen würden, wodurch die Fettleber, foie gras, entsteht. Die absichtlich krankgemachte Leber kann Atemnot und Herz-Kreislauf-Beschwerden nach sich ziehen. Die mit Abstand meisten Stopflebergänse und -enten werden in Frankreich gehalten, weil die Fettleber dort als traditionsreiche Delikatesse gilt; darauf folgen Ungarn und Bulgarien. Da diese Haltungsform etwa in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten ist, können Sie sich an der Herkunft der Gänse orientieren. Außerdem ist auf "Bio" Verlass: In der Öko-Haltung ist das Stopfen verboten.

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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