Kosmetik / Pflege / Mode
Leserfrage vom 26. Mai 2017
Sozialstandards spielen keine große Rolle
Was bringt Kleidung mit "Cradle-to-Cradle"-Zertifikat?

(ost) Hinter "Cradle-to-Cradle", übersetzt: von der Wiege bis zur Wiege, steckt die Idee eines Warenkreislaufes, bei dem kein Müll anfällt und die Produkte recycelt werden können. Die Modekette C&A hat angekündigt, im Juni T-Shirts auf den Markt zu bringen, die nach dem Cradle-to-Cradle-Verfahren hergestellt und zertifiziert worden sind. Nach eigener Aussage habe C&A als weltweit erster Modehersteller die zweithöchste von fünf Zertifikatsstufen erreicht. "Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn Unternehmen wie C&A, die vom Massenkonsum abhängen, sich im Bereich Kreislaufwirtschaft engagieren", sagt Dr. Sabine Ferenschild vom Südwind Institut. Sie bemängelt aber, das Sozialstandards selbst bei der höchsten Zertifikatsstufe nicht erfüllt würden. "Cradle-to-Cradle ist ein Umweltsiegel in Reinform, das durch sozial aussagefähige Labels ergänzt werden müsste, um als nachhaltig zu gelten." Zudem gebe es bei Textilien oft technische Probleme beim Recycling, die eine Kreislaufwirtschaft schwierig machten. So habe auch kein textiles Produkt die höchste Zertifikatsstufe erreicht.

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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