Geld / Recht
News vom 15. Mai 2017
Weniger steuergünstig als gedacht

Weniger steuergünstig als gedacht
Abgeltungssteuer plus persönlicher Steuersatz

Weniger steuergünstig als gedacht: Das Problem mit den Lebensversicherungen. Foto: MH/Fotolia.com
2005 wurde die Besteuerung von Lebensversicherungen grundlegend geändert. Seither sind die darin enthaltenen Erträge auch bei längerer Spardauer nicht mehr steuerfrei. Vielmehr muss bei Verträgen ab 2005 auf die Differenz zwischen der Ablaufleistung und der Summe aller Beiträge 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag gezahlt werden. Für Ältere gibt es noch ein kleines "Trostpflaster": Wer einen solchen Vertrag zwölf Jahre hält und bei Fälligkeit über 60 Jahre alt ist (bei Verträgen ab 2012 sogar 62 Jahre), muss nur die Hälfte des Ertrags versteuern, der Rest bleibt steuerfrei. Mittlerweile werden die ersten der 2005 abgeschlossen Erträge ausgezahlt – und die betroffenen Kunden stellen verärgert fest, dass das Steuer-Bonbon viel saurer schmeckt als angenommen. Denn es gibt keinesfalls die Hälfte der Erträge zurück, sondern oft viel weniger. Der Grund: Zwar bleibt der halbe Ertragsanteil steuerfrei. Die andere Hälfte wird aber dem Einkommen zugeschlagen und mit dem persönlichen Steuersatz des Steuerzahlers versteuert. Das kann teuer werden. Denn mit dem Einkommen steigt auch die Progression und damit der Grenzsteuersatz.

ÖKO-TEST Juni 2017

ÖKO-TEST Juni 2017
Erschienen am
26. Mai 2017

Preis: 4.50 €

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