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17 Warzenmittel im Test

Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016

Warzenmittel

Verätzt, vereist, verschwunden?

Hundertprozentiger Erfolg ist von keinem Warzenmittel zu erwarten, manche Wirkstoffe sind aber immerhin besser erprobt als andere. Fünf Mittel mit Salicylsäure empfehlen wir mit "gut".

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20.10.2016 | Wer in Deutschland rezeptfreie Warzenmittel anwendet, setzt seine Hoffnung auf Wirkstoffe wie Salicylsäure oder auf Vereisung. Allerdings helfen diese Mittel beileibe nicht jedem. Warum Wirkstoffe bei manchen Patienten anschlagen, bei anderen hingegen nicht, zähle zu den offenen Fragen in der medizinischen Forschung, sagt Dr. Christian Kors, Facharzt für Dermatologie, Venerologie, Proktologie und Allergologie in Berlin. "In der Regel heilen Warzen irgendwann von alleine. Das kann Wochen, Monate, aber auch Jahre dauern", sagt der Dermatologe. Befinden sich Warzen an den Händen oder haben sie sich bereits auf der Haut weiterverbreitet, sollten sie aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr behandelt werden. Patienten müssten dafür aber nicht gleich zum Arzt, so Christian Kors. Sofern sich eine Wucherung zweifelsfrei als vulgäre Warze oder Plantarwarze bestimmen lasse, könne sie zunächst auch zu Hause behandelt werden. In Apotheken stehen dafür verschiedene rezeptfreie Mittel zur Verfügung. Sie zielen auf die Zerstörung des verhornten Gewebes ab, beseitigen also nicht das Virus, sondern lediglich seine Symptome.

Salicylsäure gilt als das am besten erprobte Mittel. Als Lösung aufgetragen, weicht sie verhorntes Gewebe auf, dieses kann dann Stück für Stück abgetragen werden. Salicylsäure wird bisweilen durch die ebenfalls hautätzende Milchsäure ergänzt. Monochlor- und Trichloressigsäure wirken deutlich stärker ätzend als Salicylsäure. Sie zerstören die Proteine der virusbefallenen Zellen, sodass diese absterben. Auch die ebenfalls ätzende Ameisensäure gilt als aggressiver als Salicylsäure.

Rezeptfreie Produkte zur Vereisung (Kryotherapie) enthalten Dimethylether, Propan- oder (Iso-)Butangas. Die Kälte verursacht eine Entzündung. Wie bei einer Verbrennung entsteht eine Blase, mit der die Warze schließlich abgeworfen werden soll. Mit gleichem Prinzip gehen auch Hautärzte bei einer Vereisungstherapie vor, sie verwenden allerdings den wesentlich kälteren Flüssigstickstoff. Die Kryotherapie gilt als relativ schmerzhaft.

ÖKO-TEST hat 17 rezeptfreie Mittel gegen Warzen eingekauft. Unser langjähriger Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt hat Wirkstoffe und Packungsbeilagen für uns begutachtet.

Das Testergebnis

Von 17 Produkten erreichen die fünf die Note "gut". Alle anderen Warzenmittel im Test bewerten wir mit "befriedigend", da ihre Wirksamkeit durch Studien nicht so gut belegt ist.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
In Apotheken und Drogeriemärkten haben wir 17 rezeptfrei erhältliche Mittel gegen Warzen eingekauft. Sieben wirken mittels Vereisung, der Rest enthält verschiedene Wirkstoffe, darunter Salicylsäure, Ameisensäure, Trichlor- und Monochloressigsäure. Auch ein Pflaster mit Salicylsäure ist mit im Test.

Wirksamkeit und Beipackzettel
Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie an der Goethe-Universität Frankfurt hat für uns die Studienlage für die angegebenen Wirkstoffe geprüft und die Beipackzettel der Produkte begutachtet. In ihnen sollten insbesondere wichtige Angaben zur Anwendung sowie Warnhinweise vorhanden sein.

Die Hilfsstoffe
Warzenmittel enthalten neben Wirkstoffen auch Hilfsstoffe, die möglicherweise Probleme bereiten könnten. Wir haben vor allem auf mögliche Quellen für Allergene wie Kolophonium oder Terpentinöl geachtet und ließen verdächtige Produkte gegebenenfalls im Labor auf Delta-3-Caren prüfen, ein starkes Allergen, das Augen, Haut und Schleimhäute reizen kann.

Die Bewertung
Wenn ein Mittel zwar nicht das verursachende Papillomavirus beseitigt, aber erwiesenermaßen im Kampf gegen Warzen deutlich besser hilft, als auf Spontanheilung zu warten, bewerten wir es mit "gut" ("unterstützende Wirkung"). Ist die Wirksamkeit durch Studien weniger gut belegt, bewerten wir mit "befriedigend" ("Wirksamkeit teilweise belegt"). Mögliche Mängel in der belegten Wirksamkeit sowie in den Gebrauchsinformationen addieren sich und bilden das Gesamturteil.

So haben wir getestet

Ätzende Lösungen sind gefährlich, sie dürfen nicht auf gesunde umliegende Haut gelangen.

Online abrufbar

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Bestellnummer: J1610
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