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ÖKO-TEST Juni 2017
vom

Schnuller, Silikon

Saubere Sauger

Gute Nachrichten: In unserem aktuellen Test Silikonschnuller bekommen elf Sauger sehr gute Noten. Den Praxistest haben alle ausnahmslos bestanden. In einem Produkt haben wir jedoch die krebsverdächtige PAK-Verbindung Naphthalin gefunden.

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26.05.2017 | Gibt man das Wort "Schnuller" in eine große Internet-Suchmaschine ein, so liefert diese innerhalb von Sekunden 3.150.000 Ergebnisse. Dort gibt es alles, von alltäglichen Elternfragen, über den Onlineshop, der Schnuller mit Bärten und Scherzzähnen verkauft, bis hin zu Berichten über einen Teeniestar, der angeblich mit Schnuller im Mund gesichtet wurde. Bei den meisten Eltern dürfte Letzteres nicht mehr als ein müdes Kopfschütteln auslösen, plagen sie sich doch eher mit der Frage, ob sie ihrem Baby überhaupt einen Beruhigungssauger geben sollen oder ob damit eine spätere Kieferfehlstellung beim Kind programmiert ist. Auch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und Weg zur Schnullerentwöhnung beschäftigt Eltern.

Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbandes, ist nicht grundsätzlich gegen Schnuller: "Er sollte aber erst eingesetzt werden, wenn die erste Zeit des Kennenlernens und des Einfindens in das Stillen vorüber ist." Eine genaue Angabe dazu zu machen, wie lang diese "erste Zeit" dauert, sei schwierig, weil das von Kind zu Kind variiere. Aber lieber sollten Eltern in den ersten vier bis sechs Wochen auf den Schnuller verzichten, rät von Gartzen. "Durch den Schnuller können Probleme beim Stillen verstärkt werden, etwa wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, die Brust zu finden." Ein frühzeitiger Schnullergebrauch könne dazu führen, dass gerade in den ersten Wochen nicht häufig genug gestillt würde. Häufiges Stillen in diesem Zeitraum sei jedoch sehr wichtig, um die Milchproduktion gut in Gang zu bringen. Darüber hinaus warnt die Stillbeauftragte davor, dass die Schnullergabe nicht zum Automatismus werde: "Man sollte darauf achten, dass man eher zu anderen Beruhigungsmaßnahmen greift: Körperkontakt, tragen oder singen zum Beispiel." Persönliche Zuwendung sei immer besser. Doch von Gartzen hat Verständnis für Mütter, die den Sauger einsetzen, weil sie mal in Ruhe etwas machen wollen: "Es geht ja darum, beide Interessen zu berücksichtigen, von Mutter und von Kind."

"Die Empfehlung, gar keinen Schnuller zu geben, ist sehr akademisch. Kinder dürfen auch Kinder sein", sagt Professor Paul-Georg Jost-Brinkmann, Leiter des Arbeitsbereichs Kinderzahnmedizin an der Charité Berlin. Er rät allerdings dazu, möglichst kiefergerechte - flachere und breitere - Sauger zu verwenden, da sie die Zunge nicht so weit nach unten drängen wie kirschförmige Sauger. Der Zahnmediziner erklärt: "Die normale Lage der Zunge im Ruhezustand ist oben am Gaumen. Hat das Kind einen Schnuller im Mund, wird die Zunge aus ihrer Ruheposition verdrängt." Beim Saugen drückten die Wangen aber gegen die Zähne und weil die Zunge als Widerstand im Oberkiefer fehle, bewegten sich die Zähne irgendwann auf den Schnuller zu. Das klingt nach der viel befürchteten Fehlstellung. Doch der Zahnexperte beruhigt: "Was bis zum vollendeten dritten Lebensjahr geschieht, ist weitgehend reversibel." Wichtig sei, dass Eltern den Schnuller spätestens am dritten Geburtstag entsorgen. Manche Experten empfehlen das sogar schon bis zum zweiten Geburtstag. Dass die Schnullerentwöhnung nicht immer einfach ist, weiß Jost-Brinkmann aus eigener Erfahrung: Seine Söhne haben alle einen Schnuller benutzt und einer habe sich tatsächlich schlecht trennen können, sodass es einige schlaflose Nächte gegeben habe, erinnert sich der dreifache Vater.

Doch bevor die Entwöhnung Thema wird, geht es Eltern erst einmal darum, welche Beruhigungssauger sie unbesorgt kaufen können. Damit Sie wissen, mit welchen Schnullern Sie auf der sicheren Seite sind, haben wir 13 gängige Schnullermodelle eingekauft, auf Schadstoffe untersucht und zudem einem Praxistest unterzogen, um festzustellen, ob sie den Belastungen des Alltags standhalten.

Das Testergebnis

Stabil & sauber: Den Praxistest haben alle 13 untersuchten Silikonschnuller bestanden und auch bei den Inhaltsstoffen haben zwölf von dreizehn Schnullern sehr gut abgeschnitten. Nur ein Produkt hatte ein Schadstoffproblem. Bei einem anderen fehlten wichtige Gebrauchs- und Warnhinweise.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Silikonschnuller gelten als hygienisch und sind bei Eltern sehr beliebt. Insgesamt haben wir 13 Schnuller verschiedener Hersteller in Drogerien, Supermärkten und im Onlinehandel eingekauft. Die Preisspanne reicht von 98 Cent bis 5,29 Euro pro Stück.

Die Inhaltsstoffe
In unserem Schnullertest 2012 hatten wir in mehr als einem Drittel der untersuchten Beruhigungssauger krebsverdächtige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden. Deshalb haben wir bei den aktuellen Untersuchungen ein besonderes Augenmerk auf PAK gelegt, aber auch auf andere mögliche Problemstoffe wie Schwermetalle, giftige Rückstände an zinnorganischen Verbindungen und flüchtige Bestandteile im Saugteil.

Die Praxisprüfung
Das Material eines Schnullers sollte auch dann standhalten, wenn das Baby oder Kleinkind mal darauf beißt, statt nur daran zu nuckeln. Im Praxistest haben wir deshalb die Durchstich-, Reiß- und Beißfestigkeit des Saugteils überprüfen und auch die Qualität des Elastomerschilds, -rings oder -kopfs untersuchen lassen.

Die Weiteren Mängel
Eine vollständige Gebrauchsanleitung mit allen Warn- und Sicherheitshinweisen, die laut DIN-Norm (DIN EN 1400:2014-07) aufgeführt sein müssen, ist wichtig für die Sicherheit des Babys, deshalb haben wir auch hier genau hingesehen. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen belasten die Umwelt, deshalb wurden auch die Verpackungen darauf analysiert.

Die Bewertung
In einem "sehr guten" Schnuller haben krebsverdächtige PAK nichts zu suchen. Außerdem weist die Packung oder der Beipackzettel bei einem solchen Schnuller auf Gefahren durch unsachgemäßen Gebrauch und auf nicht geeignete Reinigungsmethoden hin.

So haben wir getestet

Zur Beißsimulation wird das Saugteil des Schnullers im Labor zwischen Klemmen mit Dorn eingespannt.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 6/2017:

Schnuller

Saubere Sauger.

Schnuller sind für Babys und Kleinkinder begehrte Tröster und Einschlafhilfen. ÖKO-TEST wollte wissen, ob Silikonnuckler Schadstoffe enthalten und robust genug sind. Das Testergebnis ist sehr erfreulich.