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16 Kinder- und Juniorzahncremes ohne Fruchtgeschmack im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018

Kinder- und Juniorzahncremes ohne Fruchtgeschmack

Süßer Zahn

Zähneputzen ist das A und O schon ab dem ersten Zahn. Nicht alle Inhaltsstoffe der Kinder- und Juniorzahncremes im Test finden unsere Zustimmung, doch einige Produkte können wir voll und ganz empfehlen.

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18.01.2018 | Um zu verhindern, dass Kinder fluoridhaltige Zahncremes so sehr mögen, dass sie diese wie eine Süßigkeit essen, sollten Kinderzahncremes nicht fruchtig schmecken. Daher haben wir uns in diesem Test auf Zahncremes ohne Fruchtgeschmack, mit Minze oder zumindest ohne besonders beworbenen Geschmack konzentriert. Neben sieben Kinderzahnpasten haben wir neun Juniorzahncremes für die Altersgruppe ab sechs Jahren eingekauft. Wir schickten die Produkte in die Labore und prüften eingehend die Deklarationen.

Das Testergebnis

Von "sehr gut" bis "mangelhaft" sind alle Noten vertreten. Mehrfach verhindert eine schlechte Deklaration ein gutes Ergebnis. Ein Markenprodukt und eine Naturkosmetikzahncreme fallen mit "mangelhaft" durch.

Auch ohne Fruchtgeschmack dürften die Kinder- und Juniorzahncremes mehr oder weniger süß schmecken, denn die meisten enthalten den synthetischen Süßstoff Saccharin oder Sodium Saccharin. Da er kein Karies fördert und nach Meinung der Experten die Milde dazu führt, dass die Zahncreme von Kindern akzeptiert wird, sieht auch ÖKO-TEST die Süßstoffe als das geringere Übel an. Einige wenige Pasten ohne Süßstoff enthalten als Süßungsmittel den natürlichen Zuckeralkohol Xylitol, dem eine kariesvorbeugende Wirkung zugeschrieben wird.

Alle Junior- und mehr als die Hälfte der Kinderzahncremes enthalten das zur Kariesvermeidung notwendige Fluorid: die Kinderzahncremes in der moderaten Menge von 500 ppm, wie von Zahnärzten empfohlen, die Juniorpasten die auch für Erwachsene üblichen Mengen von bis zu 1.450 ppm. Im Gegensatz zu Erwachsenenprodukten werten wir fluoridfreie Kinderzahncremes jedoch nicht ab, da Eltern oft dem Rat der Kinderärzte folgend Fluorid in Tablettenform verabreichen.

Zur Abwertung führen PEG/PEG-Derivaten in zwei Juniorzahncremes. Sie dienen als Emulgator oder als Tensid und Schaumbildner und können die Haut, hier die Mundschleimhaut, durchlässiger für Fremdstoffe machen. Ebenfalls nicht einverstanden sind wir mit dem aggressiven Tensid und Schäumer Natriumlaurylsulfat, das in der Signal-Junior-Zahncreme deklariert ist.

In zwei Pasten steckt der Farbstoff CI 73360, der zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen gehört. Außerdem werten wir in der Theramed Junior Fluorid-Zahncreme Minzgeschmack Chinolingelb (gekennzeichnet als CI 47005) ab, das zu den Farbstoffen gehört, die in Lebensmitteln mit dem Warnhinweis gekennzeichnet werden müssen: "Kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken." Ein solcher Farbstoff hat unserer Meinung nach in Zahncremes für Kinder nichts zu suchen.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Kinderärzte fordern, dass Kinderzahncremes nicht fruchtig schmecken und zum Herunterschlucken verleiten sollen. Deshalb haben wir sieben Kinder- und neun Juniorzahncremes mit Minzgeschmack oder ganz ohne Geschmacksnote eingekauft. Zwei der Kinderpasten sind als Naturkosmetik zertifiziert. Sie enthalten, wie eine weitere Babyzahncreme, kein Fluorid.

Die Inhaltsstoffe
Zahncremes für Schulkinder und Erwachsene müssen Fluorid enthalten, um Karies vorzubeugen. Falls Kleinkindern jedoch auf die Verordnung von Kinderärzten hin Fluoridtabletten verabreicht werden, sollte kein weiteres Fluorid durch die Zahncreme hinzukommen. Wir prüften, inwieweit in den Pasten weitere problematische Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel, Tenside und Farbstoffe stecken. Auch auf Aluminium und Zink ließen wir untersuchen, weil zu viel davon ein gesundheitliches Risiko in sich bergen kann.

Die Weiteren Mängel
Wichtig ist, dass die Eltern alle nötigen Hinweise für eine korrekte Anwendung erhalten: genaue Dosierangaben, vor allem auch für Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren, erforderliche Fluoridgaben, weitere Fluoridquellen. Zumindest der Hinweis, dass bei weiteren Fluoridgaben die Ärzte zu befragen sind, sollte vorhanden sein.

Die Bewertung
Für problematische Tenside und Farbstoffe geben wir jeweils bis zu zwei Minuspunkte. Gravierende weitere Mängel in der Deklaration, teilweise in Kombination mit einem unnötigen Umkarton, verschlechtern das Gesamturteil noch um weitere ein bis zwei Noten.

So haben wir getestet

Die richtige Dosierung: Eine erbsengroße Menge zweimal täglich für Kinder bis sechs Jahren, für Kinder unter zwei jedoch nur ein dünner Film, wie ein Reiskorn.

Online abrufbar