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Jahrbuch Kleinkinder 2018
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Mineralwasser, still, Säuglingsnahrung

Nicht immer perfekt

Eltern greifen für die Zubereitung von Säuglingsnahrung häufig zu speziell dafür ausgelobten Mineralwässern. Nötig ist das nicht unbedingt. Mit ein paar Ausnahmen können wir aufgrund der Laborergebnisse die meisten der geprüften Mineralwässer empfehlen.

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18.01.2018 | Viele Eltern denken wohl so: "Wir trinken doch auch Mineralwasser, warum sollen wir unserem Baby dann Leitungswasser geben?" Also greifen sie zu stillem Mineralwasser, um Muttermilchersatz anzurühren und Babybreie zuzubereiten. Aus gesundheitlicher Sicht ist es nicht nötig, die teuren Flaschen zu kaufen. Denn die Grenzwerte für Leitungswasser hält Professor Berthold Koletzko, einer der führenden Experten für Kinderheilkunde, für vollkommen ausreichend, um damit Babynahrung anzurühren.

Anders als Trinkwasser dürfen die Produzenten natürliches Mineralwasser kaum behandeln. Es wird immer aus natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen und direkt am Quellort in Flaschen gefüllt. Letztlich ist Mineralwasser Regenwasser, das über lange Zeit durch kleine Risse und Spalten im Erdboden in die Tiefe gesickert ist und das verschiedene Gesteinsschichten und Mikroorganismen dabei gereinigt und mit Mineralstoffen angereichert haben. Seine Qualität regelt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Danach muss natürliches Mineralwasser "von ursprünglicher Reinheit" sein und "Mineralien, Spurenelemente oder sonstige für die Ernährung zuträgliche Bestandteile enthalten". Außerdem dürfen es Anbieter nur dann verkaufen, wenn es amtlich geprüft und anerkannt ist. Mineralwasser, das zur Zubereitung von Säuglingsnahrung ausgelobt ist, muss dabei besonders strenge Grenzwerte einhalten.

Mit der "Reinheit" ist das allerdings so eine Sache. "Natürliches Mineralwasser" muss nicht gänzlich rein sein - solange der Verbraucher keinen Schaden nimmt. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg im Juni 2013 entschieden. Ein Sprudel darf demnach Abbauprodukte von Pestiziden enthalten. Damit kassierten die Richter eine Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, das fünf Mineralquellen schließen wollte. Grund: Abbauprodukte von Spritzgiften - sogenannten Pestizidmetaboliten - im Mineralwasser. Der Verwaltungsgerichtshof urteilte anders: Der Orientierungswert von 0,05 Mikrogramm pro Liter dürfe nur für die Ursprungssubstanzen - nicht für deren Metaboliten - herangezogen werden. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg musste sich widerwillig fügen.

ÖKO-TEST ist in dieser Hinsicht strenger. Wer für teues Geld Mineralwasser kauft, das die Firmen als "natürlich rein" bewerben, und es seinem Baby geben möchte, der darf hohe Erwartungen haben. Wir haben 21 Wässer in die Labore geschickt und nach strengen Kriterien prüfen lassen.

Das Testergebnis

Fast drei Viertel der von uns getesteten Wässer sind für Säuglingsnahrung bestens geeignet. Immerhin mehr als die Hälfte schneidet mit "sehr gut" ab.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
21 kohlensäurefreie Mineralwässer speziell geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung haben wir quer durch die Republik eingekauft. Gezahlt haben wir von 13 Cent pro Liter für das Discountwasser bis 1,29 Euro für den Liter Wasser des Sozialprojekts Viva con Agua, mit dem die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern verbessert werden soll.

Die Inhaltsstoffe
Die Grenzwerte für Mineralwässer, die zur Zubereitung von Babynahrung geeignet sind - insbesondere mit Blick auf die Keimbelastung -, sind strenger als die Regeln für "normales" Mineralwasser. Entsprechend genau haben wir hingesehen. Wasser neigt dazu, Stoffe aus seiner Umgebung zu lösen - etwa aus dem Gestein, das es durchfließt. Mineralien machen das Wasser besonders. Andere Stoffe, wie Schwermetalle, Radionuklide oder Pestizide und deren Abbauprodukte - sind dagegen unerwünscht und zum Teil gesundheitsschädlich.

Die Weiteren Mängel
Die meisten verkauften Flaschen werden nur einmal verwendet; die Mehrwegquote sinkt seit Jahren. Auch die Transportwege, meist per Lastwagen, sind lang. Also haben wir genau geschaut, worin die Wässer angeboten werden. In den verwendeten Verpackungen sollten dann natürlich auch keine bedenklichen Materialien stecken. Schließlich haben wir kontrolliert, ob die angegebenen Mineralienwerte mit den im Labor getesteten übereinstimmen.

Die Bewertung
Was ist "natürliche Reinheit"? Wir nehmen die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung beim Wort und wollen, dass rein auch rein heißt. Daher orientieren wir uns im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes an den strengsten bestehenden Regelungen. Gerade bei der Strahlenbelastung sind wir sehr streng - schließlich geht es um Säuglingsnahrung.

So haben wir getestet

Einwegflaschen belasten die Umwelt stärker als Mehrweg. Daher werten wir sie deutlich ab.

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