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Jahrbuch für 2017
vom

Präparate zur Hyposensibilisierung

Happy Hypo

Vielen Pollenallergikern kann nur noch eine spezifische Immuntherapie Linderung verschaffen. Wir wollten wissen, welche Therapieallergene hierzu genutzt werden und wie es um ihre Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität steht. Vorgefunden haben wir einen Markt im Umbruch.

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20.10.2016 | Wir wollten wissen, ob die Präparate, die Pollenallergikern in Deutschland derzeit zur Hyposensibilisierung verabreicht werden, sicher und wirksam sind. Dafür haben wir insgesamt 36 Therapieallergene mit Pollenextrakten von Gräsern, Bäumen und Kräutern überprüft: 26 davon werden unter die Haut gespritzt und 10 als Tropfen oder Tabletten über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Das Testergebnis

23 Präparate haben wir mit einem Gesamturteil versehen - drei schneiden "sehr gut", elf "gut" und neun "befriedigend" ab. Sie sind unter arzneimittelrechtlichen Gesichtspunkten alle empfehlenswert, da ihnen ein positives Risiko-Nutzen-Verhältnis vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bescheinigt wurde. Die 13 weiteren Produkte sind derzeit noch nicht zugelassen, diese haben wir nicht abschließend bewertet. Punktabzug gab es unter dem Testergebnis Hilfsstoffe für das Konservierungsmittel Phenol.

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So haben wir getestet

Die Auswahl
Um Allergiker ursächlich zu therapieren, gibt es eine Reihe von speziell aufbereiteten Allergenen. Von den insgesamt 36 getesteten Therapieallergenpräparaten mit Gräser-, Baum- und Kräuterpollenextrakten werden 26 gespritzt (subkutane Immuntherapie, SCIT), die übrigen zehn in fester oder flüssiger Form unter die Zunge verabreicht (sublinguale Immuntherapie, SLIT). Alle Präparate im Test sind verschreibungspflichtig.

Das Pharmakologische Gutachten
Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie an der Goethe-Universität Frankfurt haben wir mit der Begutachtung der Produkte beauftragt. Er hat einen kritischen Blick auf die Fachinformationen der getesteten Therapieallergene geworfen - also die Präparate anhand jener Dokumente eingeordnet, die die fachspezifische Informationsquelle für Ärzte und Wissenschaftler darstellen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem aktuellen Zulassungsstatus der Produkte, denn nach Einführung der Therapieallergene-Verordnung (TAV) 2008 müssen Hersteller viele neue Vorgaben erfüllen.

Die Hilfsstoffe
Wie viele andere Arzneimittel kommen auch die Therapieallergene nicht ohne Hilfsstoffe aus. Wir haben auf Substanzen geachtet, die Probleme bereiten können, zum Beispiel Phenol, das als Konservierungsmittel dient, aber auch toxisch wirkt. Aluminiumhydroxid wird als Wirkverstärker eingesetzt, während Aluminium unter anderem wegen seiner möglichen fortpflanzungsgefährdenden und nervenschädigenden Wirkung in der Kritik steht.

Die Bewertung
Obgleich alle getesteten Therapieallergene verabreicht werden dürfen und auch in der Praxis eingesetzt werden, wurden einige Präparate nicht mit einem Gesamturteil versehen, da sie sich derzeit noch in der Studienphase befinden und aktuell noch nicht zugelassen sind. Ein Gesamturteil haben nur die Produkte erhalten, die nach Maßgabe des Arzneimittelgesetzes (AMG) zugelassen sind.

So haben wir getestet

In der Fachinformation sind die Hilfsstoffe genannt. Das PEI prüft zurzeit, ob künftig auch die exakte Menge des Aluminiums angegeben werden soll.

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